Bewässerung/Beregnung von Rasen
Rasen richtig bewässern: Zeitpunkt, Wassermenge und Beregnung einstellen
Eine bedarfsgerechte Bewässerung hält Ihren Rasen belastbar und unterstützt eine tiefreichende Durchwurzelung. Entscheidend sind der richtige Zeitpunkt, die zum Boden passende Wassermenge und eine gleichmäßige Verteilung.
Für eingewachsenen Rasen gilt: Wässern Sie so gründlich, dass das Wasser den durchwurzelten Boden erreicht. Lassen Sie zwischen den Bewässerungen ausreichend Zeit, damit die Gräser den gespeicherten Wasservorrat nutzen können. Neuansaaten und frisch verlegter Rollrasen benötigen während der Entwicklung eine andere Bewässerung.
Wann muss Rasen bewässert werden?
Kontrollieren Sie bei trockenem Wetter regelmäßig die Bodenfeuchte und den Zustand der Gräser. Beginnenden Wassermangel erkennen Sie unter anderem daran, dass:
- sich die Blätter einrollen oder schlaff wirken,
- der Rasen stellenweise eine matte, gräuliche Färbung annimmt,
- sich die Halme nach dem Betreten nur langsam wieder aufrichten.
Warten Sie nicht, bis braune Stellen entstehen. Diese können bereits auf Trockenschäden hinweisen, aber auch andere Ursachen haben.
Ein zusätzlicher Praxistipp: Schauen Sie aus niedriger Position gegen die Sonne über die Fläche. Bereiche mit eingerollten Blättern können dunkler erscheinen. Prüfen Sie dort anschließend die Bodenfeuchte.
Bereits braun gewordener Rasen kann sich nach ausreichender Wasserversorgung erholen, sofern die Pflanzen noch lebensfähig sind. Ein erneutes Ergrünen ist nach starken Trockenschäden jedoch nicht garantiert. Schonen Sie ausgetrocknete Flächen deshalb möglichst auch bei der Nutzung.
Wässern sollten Sie ausschließlich nur bei Anzeichen von Rasenwelke. Auf keinen Fall häufiger. Welkeerscheinung zeigen sich durch Einrollen der Blätter, braune Flecken oder wenn sich die Halme der Gräser nach Überlaufen nicht gewohnt schnell von selber wiederaufrichten. Wenn Sie dann den Rasen beregnen sollten Sie den Boden unbedingt tiefgründig durchfeuchten. Mindestens die oberen 12 cm.
Trockenschäden auf Rasenflächen
Zu welcher Tageszeit sollte man Rasen beregnen?
Die frühen Morgenstunden sind besonders geeignet. Dann sind die Verdunstungsverluste meist gering und häufig weht wenig Wind. Dadurch gelangt mehr Wasser auf die vorgesehene Fläche. Die Halme können im Laufe des Tages wieder abtrocknen. Das verkürzt die Blattnässe und kann das Risiko bestimmter Pilzkrankheiten verringern. Bei Neuansaaten und frisch verlegtem Rollrasen kann zusätzlich tagsüber Wasser erforderlich sein, damit die empfindlichen Pflanzen nicht austrocknen.
Neuansaat, Rollrasen und bestehenden Rasen unterschiedlich bewässern
Neuansaat
Halten Sie die Keimzone gleichmäßig feucht. Besonders in den ersten drei bis vier Wochen dürfen keimende Samen und junge Gräser nicht austrocknen. Etwa 70 bis 80 Prozent Bodenbedeckung dienen als Orientierung für die weitere Entwicklung.
Bei Hitze können vier bis zehn kurze Bewässerungen täglich erforderlich sein. Fünf bis zehn Minuten je Durchgang sind lediglich ein Beispiel: Regnerleistung, Boden und Wetter bestimmen die tatsächliche Dauer. Vermeiden Sie Pfützen und Abschwemmungen. Mit zunehmender Verwurzelung werden die Abstände größer und die einzelnen Wassergaben durchdringender.
Frisch verlegter Rollrasen
Kontrollieren Sie bis zum Anwachsen täglich die Feuchtigkeit der Soden und des darunterliegenden Bodens. Bei Trockenheit können etwa 10 bis 20 Liter je Quadratmeter erforderlich sein, gegebenenfalls auch tagsüber. Berücksichtigen Sie Niederschläge und vermeiden Sie Staunässe.
Neue Wurzeln von ungefähr sechs bis acht Zentimetern und fest mit dem Boden verbundene Soden zeigen das Anwachsen an.
Eingewachsener Rasen
Ein etablierter Rasen benötigt Wasser in bedarfsgerechten Abständen. Die einzelne Gabe soll den Wurzelraum durchfeuchten. Häufiges kurzes Benetzen der Oberfläche begünstigt dagegen ein flaches Wurzelsystem.
Füllen Sie den fehlenden Wasservorrat auf, ohne den Boden unnötig zu sättigen. Bereits vorhandene Feuchtigkeit und Niederschläge müssen bei der Einstellung berücksichtigt werden.
Bewässerung von Rasenflächen

Wassermangel
Erste Welkeerscheinung zeigt sich durch Einrollen der Blätter. Blätter färben sich braun und sterben ab, treiben aber bei Befeuchtung wieder neu aus.
Foto zeigt Trockenschaden auf einer Rasenfläche
Praxistipp
Der Zeitpunkt für eine notwendige Beregnung ist wie folgt erkennbar: Gegen die Sonne aus tiefer Position über den Rasen schauen.
Dunkle Flecken durch eingerollte Blätter auf der Fläche, Temperatur deutlich höher als auf der umgebenden, helleren Fläche.
Wie viel Wasser braucht der Rasen?
Der Wasserverbrauch hängt von den Gräsern, der Temperatur und den Verdunstungsbedingungen ab. Je nach Bedingungen kann er etwa einen bis über fünf Liter je Quadratmeter und Tag betragen.
Der tägliche Verbrauch ist keine Aufforderung, täglich zu bewässern. Die Gräser können zunächst den Wasservorrat im Boden nutzen. Wie lange dieser reicht, bestimmen insbesondere Bodenart und Wurzeltiefe.
Sandige Böden: kleinere Wasserspeicher berücksichtigen
Sandboden lässt Wasser schnell versickern und speichert vergleichsweise wenig davon. Eine zu große Wassergabe kann unter den durchwurzelten Bereich gelangen und bleibt dann für den Rasen weitgehend ungenutzt.
Bei einem ungefähr zehn Zentimeter tiefen Wurzelraum können auf sandigen Böden etwa 10 bis 15 Liter je Quadratmeter als Orientierung für einen Bewässerungsgang dienen.
Prüfen Sie immer, ob die Menge zu Ihrer Fläche passt. Bei tieferer Durchwurzelung oder anderer Ausgangsfeuchte kann der Bedarf abweichen. Eine pauschale Gabe von 25 Litern je Quadratmeter ist insbesondere auf Sandboden häufig nicht sinnvoll.
Lehmige und tonreiche Böden: Speicherung und Aufnahme unterscheiden
Lehmige Böden stellen den Gräsern meist einen größeren Wasservorrat zur Verfügung. Dadurch können längere Bewässerungspausen möglich sein.
Tonreiche Böden halten ebenfalls viel Wasser zurück. Ein Teil davon ist jedoch so fest gebunden, dass Pflanzen ihn nicht nutzen können. Außerdem nehmen solche Böden zusätzliches Wasser häufig langsamer auf.
Entscheidend ist daher nicht allein, wie viel Wasser ein Boden insgesamt enthält, sondern wie viel pflanzenverfügbares Wasser im Wurzelraum fehlt.
Wie häufig muss der Rasen beregnet werden?
Ein fester Wochenplan passt nicht zu jeder Rasenfläche. Sandboden und flach wurzelnde Bestände benötigen meist kürzere Bewässerungsabstände als lehmige Böden mit gut entwickeltem Wurzelraum.
Bei großer Hitze und ausbleibendem Regen kann auf einem sandigen Standort bereits nach ungefähr zwei Tagen erneut Wasser erforderlich sein. Unter anderen Bedingungen reicht der Vorrat deutlich länger.
Nutzen Sie solche Zeitangaben als Anlass zur Kontrolle. Maßgeblich bleiben Bodenfeuchte und Pflanzenzustand. Passen Sie automatische Programme nach Regen und bei Wetteränderungen an.
Beregnungsanlage richtig einstellen
Die passende Laufzeit ermitteln Sie am zuverlässigsten mit einem Probelauf und einer anschließenden Spatenprobe:
- Starten Sie mit etwa 20 Minuten Beregnung. Diese Zeit ist ein Ausgangspunkt für die Prüfung.
- Schalten Sie den Regner aus.
- Heben Sie ein kleines Bodenstück mindestens zwölf Zentimeter tief aus.
- Prüfen Sie die Feuchteverteilung. Hat das Wasser den durchwurzelten Bereich erreicht?
- Passen Sie die Laufzeit an. Bleibt der untere Wurzelraum trocken, verlängern Sie die Beregnung schrittweise.
- Wiederholen Sie die Kontrolle an mehreren Stellen. Berücksichtigen Sie insbesondere Randbereiche und auffällig trockene Zonen.
- Setzen Sie das Bodenstück wieder ein und drücken Sie es vorsichtig an.
Etwa zwölf Zentimeter Durchfeuchtungstiefe sind eine praktische Orientierung. Bei tiefer reichenden Wurzeln sollte die Kontrolle entsprechend tiefer erfolgen.
Achten Sie außerdem auf eine gleichmäßige Wasserverteilung. Wind, Regnereinstellung und Wasserdruck können dazu führen, dass einzelne Bereiche zu wenig Wasser erhalten. Korrigieren Sie die Beregnung oder wässern Sie diese Stellen gezielt nach. Eine längere Laufzeit für die gesamte Fläche würde auch die bereits ausreichend versorgten Bereiche zusätzlich bewässern.
Wassermenge für die gesamte Fläche berechnen
Wenn die passende Wassergabe feststeht, lässt sich die Gesamtmenge einfach bestimmen:
Rasenfläche in Quadratmetern × Liter je Quadratmeter = Gesamtmenge in Litern
Beispiel: Für 150 Quadratmeter Rasen und eine am Standort passende Wassergabe von zwölf Litern je Quadratmeter benötigen Sie: 150 × 12 = 1.800 Liter Wasser
Dieses Beispiel erläutert die Berechnung. Ob zwölf Liter je Quadratmeter ausreichen, muss anhand des Bodens und der Durchfeuchtung geprüft werden.
Welche weiteren Faktoren beeinflussen die Bewässerung?
Standort und Bodenaufbau
Niederschlagsverteilung, Sonneneinstrahlung, Wind und Hangneigung beeinflussen die Wasserversorgung. Auch der Aufbau unter der Rasenfläche spielt eine Rolle: Eine stark drainierende Rasentragschicht verhält sich anders als ein gewachsener Gartenboden.
Gräserbestand und Wurzeltiefe
Gräserarten und Sorten unterscheiden sich in Wasserbedarf und Trockenheitsverträglichkeit. Deshalb sollte die Saatgutmischung zum Standort und zur Nutzung passen.
Ein tief durchwurzelbarer Boden vergrößert den erreichbaren Wasservorrat. Flach wurzelnde Bestände sind stärker von der Feuchtigkeit nahe der Oberfläche abhängig und müssen bei Trockenheit häufiger kontrolliert werden.
Pflegezustand
Ausgeprägter Rasenfilz kann das Eindringen von Wasser behindern. Seine bedarfsgerechte Beseitigung gehört deshalb zur langfristigen Pflege.
Belastende Arbeiten wie Vertikutieren oder Aerifizieren sollten Sie jedoch verschieben, wenn der Rasen bereits unter Hitze und Trockenheit leidet.
Wasser sparen durch angepasste Rasenpflege
- Etwas höher mähen: Eine an sommerliche Trockenheit angepasste Schnitthöhe hilft, den Wasserbedarf zu begrenzen.
- Bedarfsgerecht düngen: Achten Sie auf eine ausgewogene Nährstoffversorgung einschließlich Kalium. Zusätzliche Düngergaben sollten sich am tatsächlichen Bedarf orientieren.
- Bei wenig Wind beregnen: So begrenzen Sie Wasserverluste außerhalb der vorgesehenen Fläche.
- Regner kontrollieren: Prüfen Sie Reichweite, Verteilung und die Versorgung der Randbereiche.
- Regen berücksichtigen: Kontrollieren Sie nach Niederschlägen die Bodenfeuchte, bevor die nächste Bewässerung startet.
- Trockenheitsbelasteten Rasen schonen: Reduzieren Sie starke Beanspruchung und verschieben Sie belastende Pflegearbeiten.
Mengen- und Zeitangaben sind als standortabhängige Orientierungswerte zu verstehen. Das Rechenbeispiel wurde für diese Anleitung erstellt.
